In der Geschichte der Gemeinden gab es schon immer Begebenheiten, die Anlass für einen Spott- oder Spitznamen gaben. So auch in Reichenbach. Warum man die Einwohner hinter vorgehaltener Hand "Hoorschlotzer" nannte, hatte folgenden Grund:
Das in der Chronik schon erwähnte Weberhandwerk wurde Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem bedeutenden Gewerbe. Insgesamt zählte man 21 Webstühle in den Familien. Fast in jeder Strasse klapperten welche und die Weberstrasse erinnert heute noch an diesen Beruf. Auch der Reichenbacher Spitzname"Hoorschlotzer" kommt von dieser Arbeit.
Bevor man das Garn zum Befestigen in die Webschiffchen einführte, nahm man das wie Haar ausgefranzte Garnende zum Befeuchten in den Mund, zwirbelte es zwischen den Fingern und schob es dann in die Öse. So machen es bei Näharbeiten die Hausfrauen heute noch.